USA bewegt sich auf Kuba zu - mit deutlichen Auswirkungen auf den Tourismus
Kuba leidet bereits seit Jahrzehnten unter den wirtschaftlichen Sanktionen der USA. US-Präsident Obama will jetzt erste Unternehmungen starten, um eine Annäherung zu vollziehen. Neben wirtschaftlichen Verbesserungen könnte das auch ein Ende der politischen Isolation Kubas bedeuten.
Bis zum Jahre 1959 reisten amerikanische Touristen massenweise nach Kuba. Die Kubakrise im Jahre 1962 und das daraufhin verhängte Handelsembargo gegen Kuba stoppte die Touristenströme abrupt. Die aktuellen Lockerungen der Sanktionen durch US-Präsident Obama könnten jedoch dafür sorgen, dass bald Millionen Amerikaner nach Kuba reisen werden. Der kubanischen Regierung kommen diese Maßnahmen alles andere als ungelegen: Es ist erst wenige Tage her, dass der neue Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca offenelgte, dass die Exporte um 80 Prozent zurückgegangen sind. Gerade für das arme Land Kuba bedeutet ein Anstieg im Tourismus eine ganze Menge. Das Land lebt vom Tourismus. Allein im vergangenen Jahr reisten 2,3 Millionen Urlauber nach Kuba.
Dennoch sind die geplanten Änderungen bisher noch nicht in vollem Umfang in Kraft getreten. Lediglich US-Bürger kubanischer Abstammung dürfen bereits ohne zeitliche Begrenzung in ihre Heimat reisen.
Es gilt jedoch als sehr wahrscheinlich, dass das Reiseverbot für alle US-Bürger bald aufgehoben wird. Schätzungen zufolge würden dann rund 3,5 Millionen amerikanische Touristen jedes Jahr nach Kuba reisen.
Neben den wirtschaftlichen Aspekten können die Lockerungen seitens der USA auch als eine politische Annäherung gesehen werden. Jahrzehntelang wurden die wirtschaftlichen Sanktionen aufrecht erhalten und keine politischen Beziehungen aufgenommen. Der kalte Krieg ist lange vorbei, die Auswirkungen leider nicht. Bis jetzt.
verliert Kuba seinen einzigartigen Charme?
Kuba strahlt auf seine Besucher eine ganz besondere Faszination aus: uralte Autos, koloniale Prachtbauten und wenige Touristen verleihen dem Land einen ganz besonderen Charme. Würden jedes Jahr mehrere Millionen US-Bürger nach Kuba reisen, würde sich das Bild des Landes sicherlich schnell verändern. Modernität würde Einzug halten und die Ursprünglichkeit des Landes würde dem Massentourismus weichen. Dennoch scheint dies der einzige Weg zu sein, um den Bewohnern Kubas Perspektiven zu schaffen.
Dieser Artikel wurde am 22.4.2009 publiziert.