Reisebericht meiner Kuba Rundreise

Reisebericht KubaSchon immer wollte ich nach Kuba. Nachdem ich viel über das Land und seine bewegte Geschichte gelesen und in Reportagen gesehen habe, wollte ich selbst einmal dorthin reisen. Endlich war es soweit: die Zeit ließ es zu, die große Antilleninsel zu bereisen und ich suchte nach einem möglichst günstigen Flug. Das ist nicht immer leicht, doch gerade im Oktober findet man schon eher einen preiswerten Charterflug. Der Oktober ist häufig von Tropenstürmen (Hurrikans) bestimmt, weswegen viele Urlauber von einer Reise nach Kuba zu dieser zeit absehen. Am Ende sollte sich herausstellen, dass ich zwei Wochen lang nur Sonnenschein und allenfalls mal ein paar Minuten Regen haben werde.

Die Wahl des Fluges fiel auf Iceland Air. Abflughafen: Brüssel. Nun gut, der Flugpreis von insgesamt gerade einmal 255 Euro war zu verlockend. Der Hinflug führte von Brüssel direkt nach Varadero, zurück ging es von Varadero über Cancun (Mexiko) nach Brüssel. Bei einer Ersparnis von mehr als 300 Euro war ich die Umstände bereit in Kauf zu nehmen.

Varadero

Die ersten Tage sollten der Erholung dienen. Ein paar Tage in einem schönen All Inclusive Hotel am Strand waren wunderschön. Der feinsandige Strand und das türkisblaue Meer bieten genau das, was man zuvor erwartet hat. Besonders tolle Sehenswürdigkeiten gibt es nicht in Varadero. Die Hotelzone ist für Touristen geschaffen worden, die hier schicke Hotels und einen kilometerlangen Sandstrand vorfinden.

Erfahrungsbericht Kuba

Havanna

Von Varadero aus ging es dann mit dem öffentlichen Bus (Viazul) nach Havanna. Die Fahrt kostete etwa 10 Dollar und erfolgte in einem klimatisierten Reisebus. Die Dauer der Fahrt betrug grob geschätzt drei Stunden. Als wir Havanna erreichten, kam der große Schock: völlig herunter gekommene Häuser, bei denen man dachte, sie fielen beim nächsten Windstoß zusammen. Menschenmassen auf den Straßen, die alle auf den Bus mit den Touristen blickten und überall herumstreunende Hunde. Am Busbahnhof angekommen, nahmen wir uns ein Taxi, um uns zu einer Privatunterkunft fahren zu lassen, die wir zuvor im Reiseführer gefunden hatten. Dort angekommen erwartete uns der zweite Schock: eine Bruchbude in einer Gegend, die Angst einflößte. Die herzliche Vermieterin bot uns jedoch an, mal einen Blick ins Innere zu werfen. Die war vollkommen begeistert, ihre kleine Wohnung in einem deutschen Reiseführer zu sehen und wollte uns diesen gar nicht mehr zurückgeben. Nachdem wir das einfache, aber gepflegte kleine Zimmer sahen, beschlossen wir dort zu bleiben. Auch wenn es zunächst etwas ungewöhnlich scheint, bei einer kubanischen Familie zu wohnen und jedes Mal durch deren Wohnzimmer stiefeln zu müssen, ist es dennoch eine Erfahrung wert. Die Kubaner sind äußerst gastfreundlich und haben eine offene Art, die man hierzulande vergeblich sucht. In Havanna selbst kann man unglaublich viel erkunden. Der Malecon, die Altstadt mit der Kathedrale im Zentrum und diverse Bars lassen keine Langeweile aufkommen.

Trinidad

Nach ein paar eindrucksvollen Tagen in Havanna ging es mit dem Bus weiter nach Trinidad an die Südküste. Die beschauliche kleine Stadt stellt einen angenehmen Gegenpol zur doch sehr hektischen Stadt Havanna dar. Auch hier nahmen wir uns eine Privatunterkunft, die uns über unsere Unterkunft in Havanna empfohlen wurde. Auch hier wieder: nette Vermieter, gepflegtes kleines Zimmer. Hat man noch keine Unterkunft gebucht, braucht man sich in Trinidad gewiss keine Sorgen zu machen. Wenn man nämlich mit dem Bus eintrifft, stürmen Massen an Vermietern auf die Angekommenden zu und winken mit Bildern ihrer Unterkunft. Auch wenn viele zunächst etwas ängstlich reagieren, sollte man dennoch keine Bedenken haben. Natürlich braucht jeder Vermieter eine offizielle Lizenz, die an der Haustür hängen muss. Ist dies der Fall, kann man dort beruhigt wohnen.
Trinidad ist eine kleine Stadt, die einst durch Zuckerrohr reich wurde und mittlerweile in eine Art Dornröschen-Schlaf verfallen ist. Die Altstadt ist sehr sehenswert und in der Nähe befindet sich ein Nationalpark, in dem man eine Wanderung unternehmen kann. Besonders schön ist die „Playa Ancon“, ein Strandabschnitt nur wenige Kilometer von Trinidad entfernt.

Von Trinidad sind wir dann wieder mit dem Bus zurück nach Varadero gefahren, wo wir die letzten Tage im Hotel am Strand verbracht haben. Nach ein paar Tagen startete dann der Flieger über Mexiko zurück nach Brüssel und eine unvergessliche Reise ging viel zu schnell zu Ende.

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